Igepha - The Austrian Self Care Association


Für eine gesunde
Zukunft

Was will der Konsument? – 10 Top-Trends im Konsum

Nicole Kirchler

Nicole Kirchler

 11. September 2019

Das Marktforschungsunternehmen Euromonitor hat die zehn wichtigsten Konsumtrends des Jahres identifiziert. Self Care spielt dabei eine wichtige Rolle.

Selbstbewusst im Internet-Zeitalter
Was ist uns wichtig in einer komplexen Welt? Wie handeln wir angesichts der Flut an Informationen? Und wie reagieren wir auf beunruhigende Umweltszenarios? Euromonitor hat weltweit die wichtigsten Konsumtrends ausfindig gemacht und herausgefunden, wie der moderne Verbraucher tickt.

Eines ist klar: Noch nie hatten wir in Sachen Lebensgestaltung so viele Entscheidungsmöglichkeiten. Täglich lautet eine der wichtigsten Aufgaben daher: Nicht den roten Faden verlieren! Die Optionen müssen so einfach, der Einkauf so unkompliziert wie möglich sein. Gleichzeitig wollen wir auf uns und unsere Umwelt achtgeben. Und ganz einfach die Reißleine ziehen können, wenn uns alles zu viel wird.

Und das sind die zehn wichtigsten Konsumtrends: 

  1. Ich bin Experte.

Kunde und Verkäufer kommunizieren auf Augenhöhe. Früher reichten eine bewährte Marke und ein vertrautes Markenversprechen, um den Konsumenten zu überzeugen. Heute muss ein Unternehmen viel mehr tun, um die Kundschaft bei Laune zu halten. Gefragt sind innovative Lösungen, günstige Preise, smarte Produktideen und ein attraktives Look&Feel.

Das Internet und die Online-Community versorgen uns ständig mit Informationen. Und wenn wir schon im Internet sind, bestellen wir auch online. Für die Industrie bedeutet das: Nur wer weiß, was der Konsument will, kann Schritt halten.

  1. Ich achte auf mich selbst.

Self Care wird immer wichtiger. Was kann ich selbst tun, um mich vor Krankheiten zu schützen und möglichst glücklich und sorgenfrei zu leben? Wann brauche ich den Arzt oder Spezialisten?

Mithilfe von Apps und individualisierten Services schaffen sich mündige Konsumenten ihr persönliches, ideales Szenario.

Einfluss auf die eigene Lebensgestaltung zu haben – das gilt heute als Luxus, den man sich gönnt. Ganz nach dem Motto von Pippi Langstrumpf: „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt!“

  1. Ich will es JETZT und unkompliziert.

Dem modernen Konsumenten sind reibungslose Abläufe wichtig, die sich perfekt an seinen persönlichen Lebensstil anpassen. Rasche, effiziente Lösungen sind gefragt. Sie sparen Zeit für den Job und das Privatleben.

Was bedeutet dieser Trend für Unternehmen? Maßgeschneiderte Lösungen müssen her! Und die kann nur anbieten, wer Zugriff auf die Nutzerdaten seiner Kunden hat.

Das klappt aber nur, solange die Öffentlichkeit den Unternehmen Vertrauen schenkt. Die Angst vor Datenmissbrauch könnte die Nutzung von Big Data drastisch einschränken.

  1. Für mich zählt das Einzigartige.

Viele Menschen meiden zunehmend den Massenkonsum. Sie wollen ihrer Individualität Ausdruck verleihen und suchen daher nach authentischen, unverwechselbaren Produkten und Erlebnissen.

„Weniger ist mehr!“ lautet das Motto. Man hinterfragt die eigenen Konsumgewohnheiten, verzichtet auf Einheitsware, zelebriert die neue Einfachheit. Müde vom Überfluss, erfreut man sich an wenigen Dingen, die jedoch qualitativ hochwertig sein müssen. Unikate – das sind die neuen Statussymbole.

  1. Ich verzichte bewusst auf Plastik.

Deutlich an Dynamik gewonnen hat die Nachfrage nach Produkten ohne Plastikverpackung. Durch bewussten Verzicht auf Plastik möchte man einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Entscheidung für oder gegen Plastik fällt am Verkaufsregal. Und die Zahl jener Konsumenten, die ein Zeichen gegen den verantwortungslosen Umgang mit Plastik setzen wollen, steigt.

Dieser Trend sollte einen wichtigen Impuls für die Wirtschaft darstellen. Die Herausforderung besteht nun darin, nachhaltige Produkte zu entwickeln, die den Ansprüchen der ökobewussten Gesellschaft genügen.

  1. Ich kaufe verantwortungsbewusst ein.

Immer mehr Menschen hinterfragen Produktionsbedingungen. Sie rücken ethische Werte in den Mittelpunkt, informieren sich über Arbeits- und Lebensbedingungen in Produktionsbetrieben, kaufen regional ein und fördern durch den Kauf vegetarischer und veganer Produkte den Tierschutz.

Längst haben sich fair produzierte Waren aus ihrer ursprünglichen Nische herausentwickelt. Rücksicht auf soziale Werte, Tierwohl und unsere Umwelt zu nehmen, gewinnt an Bedeutung. Diese Haltung wird nach und nach sämtliche Konsumbereiche prägen. Für die Hersteller bedeutet das: Ihre Produktpalette muss einem Check unterzogen werden. Es gilt, sich an den Regeln des ethischen Konsums zu orientieren.

  1. Ich genieße es, etwas zu verpassen.

Handy-Fasten, Social-Media-Auszeit, Offline-Time: Mit zunehmender digitaler Durchsetzung des Alltags entwickelte sich ein Gegentrend, für den auch bereits ein englisches Kürzel gefunden wurde: JOMO – „Joy in missing out“, also etwa: Spaß am Verzicht.

JOMO-Konsumenten gehen bewusst mit ihrem Zeitbudget um, setzen klare Grenzen und wählen genau aus, was sie tun und lassen. Weltweit praktiziert vor allem die Generation der Millennials diesen sensiblen Umgang mit Zeit und Ressourcen. Sie achten darauf, das zu tun, was ihnen wirklich Spaß macht, und gehen gerne mal offline, um stressfreie Räume zum Nachdenken zu gewinnen.

  1. Ich lebe im digitalen Raum…

Highspeed-Internet ist inzwischen flächendeckend verfügbar, via Smartphone kann man immer und überall auf Onlinedaten zugreifen. Dies hat Auswirkungen auf unsere Kommunikationsgewohnheiten und auch auf die Art der Zusammenarbeit über große Entfernungen hinweg.

Ob bei Partnersuche oder Weiterbildung – Online-Angebote versorgen uns mit authentischen Erlebnissen, fast so wie im echten Leben.

Die Digitalisierung unseres Alltags wird weiter voranschreiten und uns noch mehr Optionen für die dislozierte Zusammenarbeit oder das Teilen von bewegenden Erlebnissen verschaffen.

  1. …und bin gleichzeitig allein.

Die Zahl der Single-Haushalte steigt schnell. Einerseits ließen sich viele Paare aus der Baby-Boomer-Generation (das sind die Jahrgänge von 1946 bis 1964) scheiden. Andererseits entscheiden sich viele jüngere Menschen bewusst gegen Heirat und Lebensgemeinschaft. Sie ziehen ein Single-Leben einer Partnerschaft vor.

Allein zu leben, hat weltweit an Stigma verloren. Im Gegenteil: Unabhängigkeit und Eigenständigkeit werden zelebriert und zum Lebensstil erklärt.

  1. Ich bin ewig jung.

Die Grenzen des Alterns verschieben sich. Best Ager, Silver Ager, Golden Ager fühlen sich so jung wie niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Sie tun etwas für ihre Gesundheit, ihre Fitness und ihre Schönheit. Sie achten auf mentale, spirituelle und körperliche Ausgeglichenheit und kümmern sich um Krankheitsprävention und Lebensqualität.

Menschen aus der Baby-Boomer-Generation reagieren heute empört, wenn man sie als „alt“ bezeichnet.

Ihre Werte und Prinzipien gleichen durchaus jenen der Millennials – das muss die Wirtschaft verstehen und im Auge behalten, um diese selbstbewusste Generation richtig ansprechen zu können.

Download-Info:
Das White Paper „Top 10 Global Consumer Trends” ist in englischer Sprache hier zum Download erhältlich:

Über Euromonitor:
Euromonitor International ist ein weltweit tätiges Forschungsunternehmen, das Unternehmen mit strategisch relevantem Wissen über Wirtschaft und Konsum versorgt.