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Für eine gesunde
Zukunft

Digitalisierung – must have oder nice to have?

Wie reagieren Manager auf die kreative und zugleich zerstörerische Kraft der digitalen Transformation? Eine aktuelle Studie gewährt spannende Einblicke.

Die Digitalisierung nicht verschlafen
Auf welchem Level befindet sich die digitale Transformation? In welche Richtung geht es weiter? Das deutsche Unternehmen etventure, das Firmen bei der Digitalisierung unterstützt, befragte Entscheidungsträger in 2.000 deutschen Großunternehmen. 

Die Mehrzahl der Manager sind sich der Notwendigkeit, an der digitalen Transformation teilzuhaben, zumindest bewusst und fühlen sich immer besser vorbereitet: 42 % der Befragten gaben in der etventure-Befragung an, sie seien „sehr gut“ oder „gut“ auf die digitale Transformation vorbereitet. Das sind etwa 8 % mehr als bei der Vorjahres-Studie. Noch setzen die Manager allerdings hauptsächlich auf die Digitalisierung ihrer bestehenden Geschäftsmodelle und analoger Prozesse. „Der Aufbau digitalen Neugeschäfts wird hingegen vernachlässigt“, stellten die Studienautoren fest.

Wer den Fokus nur auf das bestehende Geschäft lege oder gar nur die IT optimiere, gefährde die eigene wirtschaftliche Zukunft und damit Arbeitsplätze. „Es geht darum, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, die dem technologischen Wandel ebenso wie den sich verändernden Kundenbedürfnissen gerecht werden“, sieht Philipp Depiereux, Gründer und Geschäftsführer der etventure GmbH, noch enormen Aufholbedarf.

Der Wandel verläuft langsam. Innovative Projekte haben mit diversen Hürden zu kämpfen, darunter die Verteidigung bestehender Strukturen (58 % der Befragten nannten dieses Hemmnis), fehlende Erfahrung mit nutzerzentriertem Vorgehen (51 %) sowie blockierende Sicherheitsanforderungen (48 %).

Wer vor dem Hintergrund der digitalen Transformation wettbewerbsfähig bleiben will, müsse den Mut haben, aus gewohnten Denk- und Arbeitsweisen auszubrechen, von Grund auf neu zu denken und Disruption nicht zu scheuen, sondern selbst herbeizuführen, sagen die Experten von etventure.

Immerhin wurde die Digitalisierung mittlerweile in vielen Unternehmen zur Chefsache erklärt: In 68 % der Unternehmen ist der CEO, der Vorstand oder die Geschäftsführung dafür verantwortlich. In 15 % der befragten Unternehmen hat ein Chief Digital Officer (CDO) die Steuerung der digitalen Transformation übernommen.

Mehr als die Hälfte der deutschen Großunternehmen hat bereits eine interne oder externe Digital-Einheit aufgebaut, 38 % arbeiten mit Start-ups zusammen. 79 % der Betriebe vermitteln ihren Mitarbeitern digitales Know-how, 80 % sind der Ansicht, dass ein Wandel der Unternehmenskultur eine wichtige oder sogar sehr wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche digitale Transformation ist.

Wissen über die Digitalisierung in der Theorie zu vermitteln, das sei bei Weitem nicht ausreichend, sagen die Profis von etventure. „Indem Mitarbeiter temporär an konkreten Digitalprojekten – in anderen Unternehmensbereichen oder auch außerhalb des Unternehmens – mitwirken können, wird Digitalisierung anfassbar. Ängste und Skepsis werden abgebaut und Begeisterung entfacht“, empfiehlt Dr. Dorothea von Wichert-Nick, Geschäftsführerin der etventure GmbH.

Befragt zu den Maßnahmen, die eingesetzt werden, um Digitalisierung und Innovation nachhaltig in der Unternehmenskultur zu verankern, gaben 87 % an, dass sie moderne Kommunikationstools nutzen. 72 % stärken die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, 70 % setzen auf die Etablierung einer Kultur, die auch Fehler oder ein Scheitern möglich macht. 66 % unterstützen eine Flexibilisierung der Arbeitsformen, 65 % schaffen moderne Büro und Arbeitskonzepte und 50 % bieten Mitarbeitern Freiräume für die Umsetzung eigener Ideen und Projekte.

Apropos Scheitern: Start-ups leben vor, dass Fehler erlaubt sind und eine Triebkraft des Fortschritts sein können. „Fail often, fail fast, fail cheap“ lautet das Credo experimentierfreudiger Start-ups.

Beim Blick in die Zukunft üben sich die Manager im Zweckoptimismus: Zwar meinen 49 % der Befragten, dass sich die eigene Branche durch die Digitalisierung „stark“ oder sogar „sehr stark“ wandeln werde, das eigene Geschäftsmodell werde davon aber – so sind 35 % der Manager überzeugt – kaum oder gar nicht betroffen sein. Sechs von zehn Unternehmen glauben, dass sie auf jegliche Maßnahme zur digitalen Transformation verzichten könnten und trotzdem keine Umsatzeinbußen in den nächsten drei Jahren befürchten müssten. Nur 12 % halten es für existenzbedrohend, in den kommenden drei Jahren auf Maßnahmen zur Digitalisierung zu verzichten.

Das Team von etventure diagnostiziert eine „verzerrte Wahrnehmung“ und zweifelt daran, dass die Unternehmen ausreichend in die eigene Zukunftsfähigkeit investieren. „Mehr denn je gilt für alle Branchen: Wer jetzt nicht digitalisiert, überlässt die Wertschöpfung anderen“, sagt Philipp Depiereux. Und sein Kollege Philipp Herrmann mahnt: „(…) der Wettbewerb der Zukunft kommt nicht aus der eigenen Branche, sondern entsteht durch digitale Player – junge Start-ups, aber vor allem Tech-Giganten wie Amazon, Apple oder Google.“

Die Studie wurde von etventure in Kooperation mit dem Marktforschungsunternehmen GfK durchgeführt.

Digitales Wissen von der IGEPHA
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März 2019
1×1 der Digitalisierung: Damit Sie sich nicht im Dschungel der Möglichkeiten verlieren … – Best practice von point of origin

April 2019
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Mai 2019
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