Igepha - The Austrian Self Care Association


Für eine gesunde
Zukunft

Wie entwickelt sich der Online-Markt?

Ein Drittel rezeptfreie Arzneimittel, zwei Drittel andere Gesundheitsprodukte

James Dudley Management analysierte in einer im Jänner 2017 präsentierten Studie den europäischen Online-Markt für rezeptfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte.

Die Studie ergab, dass in UK 45 % des europäischen Versand- und Online-Marktes für OTC abgewickelt werden, wobei ein Umsatz von 1,5 Milliarden Euro erzielt wird.

In Deutschland wird mit einem Anteil von 34 % am gesamteuropäischen OTC-Online-Markt ein Umsatz von einer Milliarde Euro erzielt.

In allen anderen Ländern bewegt sich der Anteil am OTC-Online-Markt im niedrigen einstelligen Bereich; in Österreich spielt der Onlinehandel mit OTC-Präparaten mit einem Anteil von 2 % eine ähnliche geringe Rolle wie in Italien, Schweden, Spanien und Frankreich.

Interessant ist, dass bei den beiden größten Playern im OTC-Online-Handel ganz unterschiedliche Modelle zur Anwendung kommen.

Während in Großbritannien der Versandhandel weitgehend in die Multichannel-Vertriebskonzepte großer Unternehmen wie Boots oder Lloyds Pharmacy eingebettet sind, zeichnen in Deutschland großteils eigenständige Online-Anbieter für den Versandumsatz verantwortlich.

„Apotheken-Ketten haben Webshops und Apps in ihr herkömmliches Serviceangebot integriert“, beobachtet James Dudley. Damit wird den Verbrauchern ein noch umfassenderer und schnellerer Zugang zum Sortiment des Anbieters ermöglicht.

In Deutschland und Großbritannien, wo sich der Onlinehandel mit OTC-Präparaten bereits etabliert hat, werden rund 10 % des gesamten OTC-Umsatzes durch den Versandweg erzielt. Österreich, Norwegen, Polen und Schweden gelten – so James Dudley in seinem Report – zu den Entwicklungsmärkten, bei denen zwischen 4 % und 10 % des Gesamtverkaufs von OTC-Präparaten im Versandhandel oder online stattfinden. Zu den Einsteigern in dieses Segment zählen Belgien, Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Ungarn und die Niederlande.

VKI sieht Verbesserungsbedarf

Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat hierzulande 20 Online Apotheken unter die Lupe genommen und bei einigen Anbietern deutlichen Verbesserungsbedarf festgestellt.

In der Jänner-Ausgabe der Zeitschrift „Konsument“ veröffentlichte der VKI einen Testbericht über Online-Apotheken. Untersucht wurden 20 österreichische Versandapotheken bzw. Versandapotheken, deren Webadresse die Endung „.at“ aufweist, obwohl sie ihren Sitz im Ausland haben (Apotheke am Rothenbaum, Apotheke Zur Rose, Vamida, Lekáren Servus Apotheke).

Im Fokus der Testkäufe standen folgende Aspekte:

  • Zu welchen Konditionen erfolgt die Lieferung (Medikamentenpreis, Versandkosten, Versanddauer)?
  • Ist die gesetzlich vorgeschriebene Möglichkeit einer individuellen, kostenlosen telefonischen Beratung vorhanden?
  • Ist die ebenfalls vorgeschriebene Gebrauchsinformation frei zugänglich?
  • Wird die Vorschrift eingehalten, dass Arzneimittel nur in einer dem persönlichen Bedarf entsprechenden Menge versendet werden darf?

Der VKI stellte bei seiner Untersuchung fest, dass sich für Konsumenten der Preisvergleich im Internet lohnt: Die Unterschiede bei den Arzneimittelpreisen seien beträchtlich.

Zweimal „sehr gut“

Zwei Versandapotheken erhielten vom VKI die Bestnote „sehr gut“: die Regenbogen Apotheke Graz (www.apoonline.at) und die Steinbock Apotheke in Wels (www.steinbockapotheke.at). Vier Anbieter erhielten das Testurteil „gut“, zwölf schnitten durchschnittlich ab und zwei Anbieter erhielten die Beurteilung „weniger zufriedenstellend“, darunter die Lekáren Servus Apotheke mit Sitz in Tschechien.

Die Versandkosten liegen bei den 20 getesteten Anbietern zwischen 2,95 € und 5,90 €. Die Lieferdauer schwankte zwischen einer Zustellung am Bestelltag per Kurier und zwölf Tagen.

Hinsichtlich der Informationen zur telefonischen Beratungsmöglichkeit fanden die VKI einige Defizite. So fehlen teilweise die Angaben zu den Kontaktzeiten.

Zwölf der untersuchten Online-Apotheken bieten die vorgeschriebene Gebrauchsinformation direkt auf der Website an oder verlinken darauf.

Anhand eines Erkältungspräparates wurde überprüft, wie die Internetapotheken auf eine Bestellung von fünf Packungen reagieren. Der persönliche Bedarf wird gemeinhin mit drei Packungen definiert. Nur die Apotheke am Rothenbaum unterbindet automatisch die Möglichkeit, mehr als drei Packungen zu bestellen. Drei Versandapotheken erkundigten sich telefonisch bei der Bestellerin, ob die Präparate für eine oder mehrere Personen bestimmt seien. 16 Versandapotheken schickten die bestellten fünf Packungen jedoch ohne eine weitere Diskussion zu.

Den ausführlichen Bericht über die Studie finden Sie in der Ausgabe 01/2017 des Magazins „Konsument“.