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Für eine gesunde
Zukunft

Wettbewerbsbehörde rüstet auf

Gesundheitswesen wird untersucht

2017 widmet sich die Bundeswettbewerbsbehörde Bereichen, die bislang dem strengen Blick der Kartellwächter verborgen blieben. Im Visier hat die Behörde neben Bankomaten, dem Bestattungswesen und der Luftfahrt auch das Gesundheitswesen.

Die 2002 gegründete Wettbewerbsbehörde zählt zu den kleinsten Institutionen dieser Art in Europa. Auf Druck seitens der EU wurde jetzt das Budget von drei auf fünf Millionen Euro aufgestockt, statt bislang 36 suchen nun 46 Experten nach Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht, unter ihnen IT-Forensiker, die sich souverän in digitalen Welten bewegen und dort auch längst gelöschte Dateien aufspüren.

Auf den Prüfstand stellen möchte der Chef der Bundeswettbewerbsbehörde, Theodor Thanner, nun also unter anderem auch den Gesundheitssektor. Es handle sich um eine „sehr interessengetriebene“ Branche, die von „Fixpreisen, Gebietsschutz und (vermuteten) Monopolen“ geprägt sei und Milliardenumsätze lukriere.

Befassen möchte man sich mit Gratismedikamenten für Spitäler und der Beteiligung von Pharma-Unternehmen an Apotheken, aber auch mit der Frage, inwiefern Fixpreise für Medikamente gerechtfertigt sind, etwa um die Versorgung im ländlichen Raum zu garantieren.

Thanner verwies anhand eines Beispiels aus der Praxis auf Preisunterschiede für online bestellte gegenüber in der Apotheke erworbenen Medikamenten: Er habe für ein von ihm selbst benötigtes Mittel gegen Verkühlung in der Apotheke 16 Euro bezahlt, im Internet sei das Präparat zu einem Preis um 8,80 Euro erhältlich. Für solche Preisdifferenzen fehle ihm jegliches Verständnis, so Thanner.