AESGP

Igepha - The Austrian Self Care Association


Für eine gesunde
Zukunft

AESGP Konferenz in Wien

Self Care in a changing World

Rund 300 Delegierte nahmen an der 53. Jahresversammlung der europäischen Dachorganisation der Self Care Industrie in Wien teil. Unter dem Motto „Self Care in a changing World“ wurden innovative Ansätze – z. B. im Bereich des digitalen Marketings – diskutiert.

Die dringende Notwendigkeit, mit den Konsumenten über digitale Kanäle in den direkten Kontakt zu treten, wurde während der Konferenz gleich mehrere Male thematisiert. Die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation zu ignorieren würde bedeuten, nach und nach ein Abgleiten in die Irrelevanz zu riskieren, hieß es.

Digitale Kommunikation hat viele Vorteile – einer der Wichtigsten besteht darin, dass damit ein unkomplizierter Feedback-Kanal eröffnet wird. Ist ein Unternehmen an raschem Feedback und an Inputs darüber, ob man sich am richtigen Weg befindet interessiert, so führt kein Weg an Online-Medien und -Plattformen vorbei.

Digitales Marketing ist üblicherweise nicht mit hohen Investitionen verbunden und kann punktuell eingesetzt werden, um ganz bestimmte Zielgruppen anzusprechen. Zudem sind digital verfügbare Tools hervorragend dazu geeignet, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu verbessern und sie fit für aktive Self Care zu machen.

Auf großes Interesse stießen die Diskussionsbeiträge der Vortragenden Leigh Thomas (Facebook) und Karl Pell (Google).

Facebook streckt der Healthcare Industrie partnerschaftlich die Hand entgegen und ist interessiert an engerer Zusammenarbeit. Die Nutzung von Facebook ist mittlerweile ein fixer Bestandteil der täglichen Kommunikationsgewohnheiten unzähliger Menschen. Durchschnittlich wird der eigene Facebook-Account 38 Mal am Tag gecheckt.

70 Millionen Facebook-User haben mehr als sechs Millionen Facebook-Seiten abonniert, die sich mit dem Thema Healthcare befassen.

Leigh Thomas lud die Vertreter der europäischen Healthcare Industrie dazu ein abzuklären, wo Facebook sinnvoll eingesetzt werden könnte, um Marketingaktivitäten zu unterstützen, und danach eine Kooperation mit Facebook zu schließen.

Auch Google ist an einer engen Zusammenarbeit mit den Herstellerfirmen interessiert, um die Nutzer der weltgrößten Suchmaschine mit besten Informationen zu versorgen. Eine von 20 Google-Suchanfragen betrifft aktuell das Thema Gesundheit. Es sei Google ein großes Anliegen, die Nutzer mit Empfehlungen auszustatten, die optimal geeignet sind um ihre gesundheitlichen Probleme zu lösen.

Fuad Sawaya (Sawaya Segalas) warf in seinem Vortrag einen Blick auf die Entwicklung des OTC-Marktes. Viele OTC-Marken könnten in den nächsten Jahren ihren Besitzer wechseln, da einige der größten OTC-Hersteller nach den kürzlich erfolgten Zusammenschlüssen darüber nachdenken, ihre Portfolios zu bereinigen.

Bayer, GlaxoSmithKline und Sanofi hätten, so Fuad Sawaya, nach ihren Deals mit Merck & Co, Novartis und Boehringer Ingelheim – rund 250 Marken am Markt, die weniger als 50 Millionen US-Dollar Umsatz brächten.

Nenad Pacek, Präsident der Global Success Advisors GmbH, warnte davor, in Sachen Distribution weiterhin eingefahrene Wege zu beschreiten. Speziell in den volatilen Schwellenmärkten sei es ein Fehler, den Vertrieb der Produkte lokalen Verantwortlichen zu überlassen. Es sei erforderlich, Präsenz im Markt zu zeigen und sich über die lokalen Absatzmärkte zu informieren.

In den Schwellenmärkten seien bislang lokal operierende Unternehmen drauf und dran sich global zu organisieren, während innovative Start-Ups sich damit befassen, die Bedürfnisse der Konsumenten punktgenau zu erfüllen. Innovation sei ein Gebot der Stunde, so Nenad Pacek, dabei gehe es vor allem aber um Innovationen, die für regionale Märkte hochgradig relevant seien.

Produkte und Marketing Mix sollten, so Pacek, stets einem gewissenhaften Check unterzogen werden. Mittels lückenloser Marktforschung und frischen Werbebotschaften sei man am besten Weg zum Erfolg.