Pharma: Fit für morgen?

Dienstag, 9. Februar 2021

Die Pandemie hat einige empfindliche Schwachstellen in der Arzneimittelversorgung aufgezeigt. Eine europaweite Pharma-Strategie soll die Versorgungssicherheit verbessern. Welche Rolle kann dabei die Self Care-Industrie spielen?

Als Regulatory Managerin der IGEPHA habe ich täglich mit den komplexen Regelwerken für Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und sonstige Lebensmittel mit Gesundheitsrelevanz, Medizinprodukten und Kosmetika zu tun. Deshalb begrüße ich es ganz besonders, dass sich die Pharma-Strategie der Europäischen Kommission unter anderem mit einem modernen Ansatz für eine flexiblere Regulierung befasst.

Die Self Care-Industrie würde von einer optimierten Regulierungsagenda profitieren. Es ist an der Zeit, bürokratische Hürden abzubauen und die Verfahren zu beschleunigen, um den Zugang zu wirksamen und sicheren Self Care-Produkten zu erleichtern. Die Zukunft gehört wissenschaftlich fundierten Regulierungsmaßnahmen mit Augenmaß, die sich eines Nutzen-Risiko-Ansatzes bedienen und dadurch die Self Care mit erschwinglichen rezeptfreien Arzneimitteln stärken.

Versorgung sichern

Am 25. November 2020 hat die Europäische Kommission ihre mit Spannung erwartete Pharma-Strategie präsentiert. Das Ziel ist klar: eine stressresistente Versorgung der europäischen Bevölkerung mit Arzneimitteln sicherzustellen. Engpässe wie zu Beginn der Corona-Krise bei der Versorgung mit Paracetamol sollen künftig vermieden werden.

Die europäische Pharma-Strategie steht jetzt zur Diskussion und die Self Care-Industrie bringt sich aktiv in diesen Dialog ein.

Unbestritten ist, dass Arzneimittelhersteller europaweit systemrelevant sind, einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfungskette leisten und Arbeitsplätze sichern. Wenn man Europa als Pharmastandort stärken und die Produktion möglichst in der EU behalten möchte, dann gilt es, auch hier bürokratische Hürden abzubauen.

Unabhängigkeit stärken

In den letzten zehn Jahren ist Europa bei der Versorgung mit kritischen pharmazeutischen Wirkstoffen (APIs) und unentbehrlichen Medikamenten zu sehr von Nicht-EU-Staaten abhängig geworden. Im Jahr 2000 besaß Europa noch mehr als die Hälfte der Lizenzen zur Herstellung von APIs, die zur Deckung des innereuropäischen Bedarfs benötigt wurden, während Asien etwa über ein Drittel dieser Lizenzen verfügte.

In den letzten 20 Jahren hat sich das API-Verhältnis komplett verändert: Jeder sechste in Europa benötigte Arzneimittelwirkstoff wird ausschließlich in China produziert, was bedeutet, dass die Lieferkette des europäischen Kontinents stark von den dortigen ökologischen und politischen Verhältnissen abhängig ist.

In Zukunft wird es darum gehen, Europa wieder attraktiv für Investitionen in den Pharma-Sektor zu machen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit der Union in der Versorgung mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zu stärken.

Self Care als Chance

Die Pandemie lehrt uns vieles, so auch das: Self Care ist ein wichtiger Beitrag zur Entlastung der Gesundheitssysteme. Das bedeutet: Umso mehr Menschen Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen, umso flexibler bleibt das Gesundheitssystem.

Zwei Dinge sind dabei besonders relevant: Die Stärkung der Gesundheitskompetenz jedes Einzelnen und der Zugang zu rezeptfreien Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten, der in Österreich noch viel Potenzial nach oben hat, wie die Switch-Expertin Natalie Gauld in ihrer kürzlich veröffentlichten Österreich-Studie zu diesem Thema dargelegt hat.

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