Wer nimmt NEM und warum?

Dienstag, 24. November 2020

Nahrungsergänzungsmittel boomen, nicht zuletzt wegen Covid-19. Was erwarten sich die NEM-Verwender von den Vitamin- und Mineralstoffpräparaten? Eine repräsentative Spectra-Studie liefert interessante Einblicke – Gastbeitrag von Dr. Gudrun Auinger, Senior Research Director bei der Spectra Marktforschungsges.m.b.H.

Spectra hat im April und Mai 2020 jeweils 1.000 repräsentativ ausgewählte Personen in Österreich, Deutschland und in der Schweiz zu ihren NEM-Gewohnheiten befragt. Einige zentrale Ergebnisse aus Österreich möchte ich Ihnen gerne vorstellen, und zum Abschluss auch einen kurzen Ländervergleich aufzeigen.

Wie viele Menschen verwenden NEM in Österreich?
Nahrungsergänzungsmittel sind im Gesundheitsalltag von vielen Menschen in Österreich fest verankert: 56% der Bevölkerung haben im letzten Jahr zumindest hin und wieder NEM konsumiert und gehören somit dem weitesten NEM-Verwenderkreis an.

In den letzten zwölf Monaten wurden NEM von

  • 26% regelmäßig, von
  • 26% gelegentlich und von
  • 4% zumindest einmal eingenommen.

44% der Österreicher zählen als Nicht-Verwender, davon

  • 37% die NEM ganz sicher nicht verwendet haben und
  • 7%, die es nicht mehr sagen können, ob sie NEM im letzten Jahr konsumiert haben.

Wie vielleicht zu erwarten ist, sind Frauen bei den NEM-Verwendern in der Mehrheit, Männer bei den Nicht-Verwendern. Jedoch – unter den NEM-Verwendern geben signifikant mehr Männer als Frauen an, wegen Covid-19 mehr Nahrungsergänzungsmittel als üblich zu konsumieren.

Insgesamt sind es 14% der NEM-Verwender, die im Frühjahr 2020 angeben, wegen der Pandemie mehr NEM als üblich zu kaufen.

NEM aus der Konsumenten-Perspektive
Aber warum nehmen diese Menschen Nahrungsergänzungsmittel und was verstehen die Österreicher überhaupt unter einem NEM?

  • Für mehr als 40% – also fast jedem Zweiten – ist ein NEM eine „zusätzliche Gabe von Vitaminen“ bzw. wird verwendet, „um den Vitaminbedarf zu decken“,
  • beinahe 30% beschreiben NEM als Ausgleich von Defiziten oder Mangelerscheinungen,
  • und fast 20% erklären NEM mit der „Zufuhr von Mineralstoffen / Spurenelementen“.

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Grafik: © Spectra Marktforschung. Antworten auf die Frage „Wenn jemand diesen Begriff nicht kennt, wie würden Sie dieser Person Nahrungsergänzungsmittel erklären?“

Die Österreicher wissen also recht gut Bescheid, was ein NEM ist und was es leisten kann. Und in Zeiten der Corona-Pandemie verwundert es auch nicht, dass

    • 56% der NEM-Verwender und sogar 65% der NEM-Kernverwender (= regelmäßige Verwendung) NEM zur Stärkung des Immunsystems einnehmen.

 

Weitere Gründe, ein NEM zu konsumieren sind für NEM-Verwender:

    • Für 34% steht die Leistungssteigerung im Fokus. Sie wollen im Alltag und beim Sport mehr Energie haben und erwarten sich eine Stärkung der Muskulatur.
    • 29% nehmen Vitamine, Mineralstoffe & Co. zu sich, um ihre Knochen und Knorpel zu stärken und/oder die Mobilität zu steigern.
    • 24% möchten das Hautbild verbessern, die Haare stärken und/oder die Nägel kräftigen.
    • 22% wollen mit Nahrungsergänzungsmitteln die Darmtätigkeit verbessern und den Stoffwechsel unterstützen.
    • 19% gleichen Wechselbeschwerden mit NEM aus oder beheben einen Eisenmangel.
    • 17% stärken mit NEM Herz und Kreislauf.
    • 16% nehmen NEM für ihre Psyche und ihre Emotionen, etwa um besser schlafen zu können, gegen Stress oder für mehr Konzentration.

 

Wie viele NEM werden eingenommen?
Etwa die Hälfte der NEM-Verwender greift zu mehr als einem NEM-Präparat und konsumiert mehrere verschiedene Nahrungsergänzungsmittel.

Unter NEM-Kernverwendern, also jenen, die NEM regelmäßig verwenden, sind es sogar 67%, die mehrere Präparate nutzen.

 

Der NEM-Kauf: Wo sich Verwender informieren und wo NEM gekauft werden?
80% der NEM-Verwender informieren sich vor dem NEM-Kauf und lassen sich über Wirkung, Behandlung und/oder die verfügbaren NEM beraten. Jeder fünfte NEM-Verwender gibt an, keine Beratung zu benötigen. Diese Verwender wissen also genau, welches NEM sie kaufen möchten.

Am häufigsten informieren sich Verwender vor dem Kauf beim Arzt oder Apotheker (etwa jeder Zweite). Aber auch das persönliche Umfeld (Familie, Freunde, Bekannte) und das Internet geben den Verwendern wertvolle Tipps.

Gekauft werden NEM von Verwendern in Österreich letztlich von

    • 54% in der Apotheke,
    • 38% suchen eine Drogerie auf,
    • 34% bestellen online,
    • 14% holen sich NEM aus dem Supermarkt,
    • 5% kaufen NEM im Sporthandel, und
    • 4% nennen die Hausapotheke beim Arzt als Bezugsquelle.

 

Worauf wird beim NEM-Kauf geachtet?
Wichtiger als eine bestimmte Marke sind für die NEM-Verwender Inhaltsstoffe, Dosierung und Darreichungsform sowie Packungsgröße. Auch der Preis spielt eine im Vergleich untergeordnete Rolle.

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Grafik: © Spectra Marktforschung. Antworten auf die Frage „Worauf achten Sie beim Kauf eines Nahrungsergänzungsmittels?“

Die meiste Wirkung erwarten sich NEM-Verwender von Vitaminen (45%), gefolgt von Mineralstoffen (30%) und Pflanzen- oder Kräuterextrakten (20%).

 

NEM-Konsum im (kompakten) DACH-Vergleich
Österreich liegt bei den NEM-Verwendern im Mittelfeld zwischen Deutschland und der Schweiz:

NEM-Verwender in

  • Deutschland: 54%
  • Österreich: 56%
  • Schweiz: 60%

Die Gruppe der NEM-Kernverwender, also jener Personen, die NEM regelmäßig einnehmen, umfasst in

  • Deutschland: 22%
  • Österreich: 26%
  • Schweiz: 30%

Länderspezifische Unterschiede zeigen sich auch bei den NEM-Bezugsquellen: Während in Österreich NEM zumeist in der Apotheke gekauft werden, ist in Deutschland der Drogeriehandel und in der Schweiz der Supermarkt die wichtigste Bezugsquelle.

Ich freue mich, wenn die Ergebnisse unserer repräsentativen NEM-Marktforschungsstudie für Ihr Unternehmen nützlich und hilfreich sind. Wenn Sie noch mehr über unsere Arbeit erfahren wollen, kontaktieren Sie mich gerne!

Dr. Gudrun Auinger, Senior Research Director, Spectra Marktforschungsges.m.b.H.

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