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Nahrungsergänzungsmittel haben hohe Verbraucher-Relevanz

Wie eine aktuelle europäische Studie zeigt, sind Nahrungsergänzungsmittel längst kein Randthema mehr. Auch in Österreich nimmt jede:r Zweite regelmäßig oder gelegentlich Vitamine, Mineralstoffe oder andere Nahrungsergänzungen ein.

Die kürzlich veröffentlichte europäische Untersuchung ergab, dass 55 % der Verbraucher:innen Nahrungsergänzungsmittel kaufen. 62 % der Verwender nehmen sie täglich, und 82 % halten sie für wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Studie basiert auf einer Befragung von 6.000 Konsument:innen sowie auf Marktdaten von Herstellern, die zusammen 65 % des EWR-Marktes repräsentieren.

Häufige Gründe für die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln

Die Befragten nannten vor allem folgende Gründe für die Verwendung von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nahrungsergänzungen:

  • Unterstützung der allgemeinen Gesundheit (63%)
  • Unterstützung des Immunsystems (52%)
  • Verringerung der Müdigkeit (48%)
  • Zur Unterstützung bei speziellen Indikationen (30%)
  • Als Anti-Aging Hilfsmittel (21%)
  • Zur Stress-Reduktion (21%)

Die Studienergebnisse sind aus meiner Sicht bemerkenswert, weil sie zweierlei zeigen: Erstens sind Nahrungsergänzungsmittel in Europa längst im Mainstream angekommen. Zweitens werden sie nicht nur situativ, sondern vielfach regelmäßig genutzt. Das lässt gut erkennen, dass Vitamine, Mineralstoffe & Co. für viele Verbraucher:innen einen festen Platz im persönlichen Gesundheitsmanagement eingenommen haben.

Österreich liegt bei Nahrungsergänzungsmitteln im europäischen Trend

In Österreich haben 56 % der Bevölkerung in Österreich im letzten Jahr zumindest hin und wieder Nahrungsergänzungsmittel konsumiert. 26 % nahmen sie regelmäßig, weitere 26 % gelegentlich und 4 % zumindest einmal ein. Das ergab eine Marktforschungsstudie, die von Spectra Marktforschung 2020 durchgeführt wurde.

56 % nannten damals die Stärkung des Immunsystems als Grund für die Einnahme. Weitere Motive betreffen Leistungsfähigkeit, Knochen und Mobilität, Haut, Haare und Nägel oder die Unterstützung von Darmtätigkeit und Stoffwechsel. Das zeigt, wie breit das Anwendungsverständnis in der Bevölkerung ist.

Vertrauen, Qualität und Orientierung sind entscheidend

Auf europäischer Ebene gaben 78 % der Befragten an, Vertrauen in Sicherheit und Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln zu haben.

Besonders stark nachgefragt werden die folgenden Vitamine:

  • Vitamin C: Wichtig für körperlich aktive Menschen, ältere Menschen und Kinder, sowie für Personen mit besonderen Gesundheitsanliegen (z. B. Augengesundheit, Menstruationszyklus, Unterstützung des Immunsystems).
  • Vitamin D: Wichtig für körperlich aktive Menschen, ältere Menschen, schwangere Frauen und Kinder sowie für Personen mit besonderen Gesundheitsanliegen (z. B. Augengesundheit, Immunsystem, Knochengerüst)
  • Vitamin B6: Wichtig für das Herz-Kreislauf-System.
  • Vitamin B12: Wichtig für Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, und für körperlich aktive Menschen.
  • Folsäure: Wichtig für schwangere Frauen und Kinder.

Folgende Mineralstoffe werden häufig verwendet:

  • Magnesium: Wichtig für körperlich aktive Menschen, ältere Menschen, schwangere Frauen sowie für Menschen mit besonderen Gesundheitsanliegen (z. B. im Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-System, dem Bewegungsapparat, der Knochengesundheit, der psychischen Gesundheit, dem Immunsystem oder dem Schlaf).
  • Zink: Wichtig für körperlich aktive Menschen, für ältere Menschen, Kinder und für Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, sowie für Menschen mit besonderen Gesundheitsanliegen (z. B. im Zusammenhang mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit, der Augengesundheit, dem Immunsystem oder dem Menstruationszyklus).
  • Calcium: Wichtig für körperlich aktive Menschen, für ältere Menschen und Kinder und für Personen, die Unterstützung für die Knochengesundheit und das Immunsystem suchen.
  • Eisen: Wichtig für schwangere Frauen, für ältere Menschen und für Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren.
  • Selen: Wichtig für körperlich aktive Menschen, ältere Menschen und Kinder, für Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, und für alle, die Unterstützung für die Augengesundheit suchen.

Häufigkeit der Einnahme

Die europäische Studie ergab folgende Frequenzen bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln:

  • 2% der Befragten verwenden Nahrungsergänzungsmittel einmal pro Monat.
  • 5% der Befragten verwenden Nahrungsergänzungsmittel einmal pro Woche.
  • 5% der Befragten verwenden Nahrungsergänzungsmittel saisonal.
  • 26% der Befragten verwenden Nahrungsergänzungsmittel mehrmals pro Woche.
  • 62% der Befragten verwenden Nahrungsergänzungsmittel täglich.

Wer empfiehlt die Verwendung?

Drei Viertel jener Personen, die angaben, Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden, berichteten darüber, dass ihnen die Einnahme empfohlen wurde. Am häufigsten kam die Empfehlung von einer medizinischen Fachkraft.

Empfehlung erhalten…?

  • Ja, von einer medizinischen Fachkraft: 34%
  • Ja, im Rahmen eigener Recherchen: 15%
  • Ja, von Familie oder Freunden: 14%
  • Ja, in der Apotheke: 13%
  • Ja, bei einem Ernährungsberater: 9%
  • Ja, durch die Medien: 5%
  • Ja, bei einem Bewegungs-Coach/-Trainer: 4%
  • Ja, durch Social Media/Influencer: 4%
  • Ja, durch eine:n Physiotherapeut:in: 3%
  • Nein: 26%

Hoher Stellenwert im Rahmen der Self Care

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Immer mehr Menschen greifen im Rahmen ihrer täglichen Self Care Routine zu Nahrungsergänzungsmitteln. Produkte, die das Immunsystem, die Verdauung und kognitive Funktionen unterstützen, sind dabei besonders gefragt.

Nahrungsergänzungsmittel stehen im Kontext von gesundem Altern, Prävention, individueller Lebensqualität und einem Gesundheitssystem, das Menschen stärker zur aktiven Mitgestaltung befähigen soll. Zugleich verändert sich das Umfeld, in dem Gesundheitsentscheidungen getroffen werden: Informationen sind jederzeit verfügbar, Vertriebskanäle vielfältiger denn je, und Konsumentinnen und Konsumenten erwarten Orientierung ebenso wie Verfügbarkeit.

Aufgabe der Gesundheitspolitik und der Behörden ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln verantwortungsvoll, mit zuverlässigen Informationen und qualitätsorientiert begleitet wird.

Quellen

AESGP: New study shows 82% of consumers value food supplements for health and well-being, 8. Jänner 2026: https://aesgp.eu/articles/new-study-shows-82-of-consumers-value-food-supplements-for-health-and-well-being

AESGP / EPPA: Food Supplements in Europe: Market overview and consumer behaviour insights. https://aesgp.eu/content/uploads/2025/11/EPPA_AESGP_FS_market_report_2025.pdf

IGEPHA: Wer nimmt NEM und warum? https://igepha.at/newsartikel/wer-nimmt-nem-und-warum/

IGEPHA: Warum vertrauen die Europäer ihren Nahrungsergänzungsmitteln? https://igepha.at/newsartikel/warum-vertrauen-die-europaeer-ihren-nahrungsergaenzungsmitteln/