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Für eine gesunde
Zukunft

Dr. Google rüstet auf – neue Health-Care-Position geschaffen

David Feinberg, bislang CEO beim US-amerikanischen Gesundheitsdienstleister Geisinger, wird ab Jänner 2019 bei Google mehrere Gesundheitsprojekte koordinieren.

Gesundheitsdaten, Prognosen und Diagnosen
Google engagiert sich wie Amazon und Apple mit Milliardeninvestitionen im Gesundheitssektor. Ab 2019 soll ein Gesundheitsprofi eine neu geschaffene Position im Google-Universum besetzen, um mehrere Health Care-Initiativen zu bündeln.

Monatelang hatte Googles höchste Führungsebene nach dem richtigen Mann für diesen Job gesucht. Berichtet wird, Jeff Dean, der oberste Chef von Googles Artificial Intelligence Abteilung, habe persönlich Kandidatenhearings durchgeführt.

Fündig wurde man bei Geisinger, einem Gesundheitsdienstleister, der in Pennsylvania und New Jersey 1,5 Millionen Patienten betreut sowie 13 Spitäler, zwei Forschungszentren und die Geisinger Commonwealth School of Medicine betreibt. Geisingers CEO Dr. David Feinberg wird künftig für Google tätig sein und dabei eng mit Jeff Dean, aber auch mit Google CEO Sundar Pichai zusammenarbeiten.

Für die Gesundheit relevante Lösungen werden bei Google derzeit von mehreren Gruppen entwickelt, darunter das Forschungs-Kernteam, das Artificial Intelligence Entwicklerteam von Google Brain, die Nest Home Automation-Gruppe und das Team rund um Google Fit Wearables. Bei Nest Home Automation arbeiten Google-Entwickler beispielsweise daran, Patienten das Managen ihrer Krankheiten zu Hause zu erleichtern oder Senioren durch Monitoring ihres Gesundheitszustandes ein möglichst sicheres Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.

Ob Feinberg auch mit anderen Google-Unternehmen im Gesundheitsbereich zusammenarbeiten wird wie beispielsweise Verily und DeepMind, ist nicht bekannt.

Krankheiten früher erkennen
Für Verily hat der Google Mutterkonzern Alphabet einen eigenen Forschungscampus mit zahlreichen Labors errichtet. Fast 1.000 Wissenschaftler entwickeln hier Biosensoren, Medizinroboter, Arzneimittel und Diagnosetools für Diabetes oder Krebs. Über allem schwebt die Grundidee einer datenbasierten, proaktiven Medizin. Durch Analyse unzähliger Gesundheitsparameter sollen Fortschritte in der Früherkennung von Krankheiten erzielt und individualisierte Therapien angewendet werden.

Dabei hatte das Team von Verily zuletzt einen herben Rückschlag hinzunehmen: Die Forschung an der Diabetiker-Kontaktlinse musste gestoppt werden, weil sich die grundlegende Projektidee, den Blutzuckergehalt anhand der Glukosekonzentration in der Tränenflüssigkeit zu messen, nicht realisieren ließ.

Zwar sei es gelungen, Sensoren und Sender in Kontaktlinsen zu integrieren, ließ das Verily-Team wissen. Gescheitert sei man jedoch am Auslesen der Glukosewerte aus der Tränenflüssigkeit – zu instabil seien die Bedingungen im Auge, um korrekte Messungen durchführen zu können, hieß es. Zudem beeinträchtigten die Moleküle der Tränenflüssigkeit die Messfunktion.

Das Projekt wurde in Kooperation mit Alcon, der Augenheilsparte von Novartis, durchgeführt. Fortgesetzt wird die Zusammenarbeit zwischen Verily und Alcon in Bezug auf zwei weitere Smart-Linsen-Projekte: Gearbeitet wird an einer fokussierbaren Linse für Menschen, die unter Alterssichtigkeit leiden, und an einer Linse zur Verbesserung der Sehkraft nach Grauer-Star-Operationen.

2018 startete das Pharmaunternehmen Gilead eine auf drei Jahre ausgelegte Kooperation mit Verily, um die immunologischen Vorgänge bei rheumatischer Arthritis, chronisch entzündlicher Darmerkrankung und Morbus Lupus besser zu verstehen. Ziel ist die Entwicklung neuer, wirksamer Medikamente.

2014 kaufte Google das britische Start-up DeepMind, das sich mit der Entwicklung, Anwendung und Nutzung von Artificial Intelligence befasst. 2016 gab das Unternehmen bekannt, dass es in Großbritannien mit der Gesundheitsbehörde National Health Service (NHS) zusammenarbeitet, um Algorithmen für die Krankheitsdiagnose zu trainieren und eine App zum Monitoring an Patienten mit Nierenerkrankungen zu entwickelt. Als bekannt wurde, dass sensible Gesundheitsdaten von 1,6 Millionen Patienten ausgewertet wurden, erhob sich Protest unter den Datenschützern.

Zu David Feinbergs zentralen Aufgaben bei Google wird die weitere Implementierung von Artifial Intelligence in der Medizin zählen. Auf Twitter postete der neue Google-Mann am 10. November 2018: „I can’t wait to join the Google team in its effort to improve health and fix healthcare. It’s our moral imperative.“