Die Art und Weise, wie Konsument:innen nach Gesundheitsinformationen suchen, steht vor einem Paradigmenwechsel. Wo früher Suchmaschinen eine Liste von Links lieferten, geben KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini & Co. heute direkte Antworten. Für die Consumer Health Care-Branche ergeben sich daraus völlig neue Herausforderungen, aber auch Chancen.
Noch vor wenigen Jahren war die Reise eines Patienten mit einem leichten Infekt oder einer sportbedingten Schmerzsymptomatik klar vorgezeichnet: Die Suche startete bei Google oder direkt in der Apotheke. Heute beobachten wir eine massive Verschiebung: Immer mehr Menschen nutzen Plattformen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity als digitalen Erstberater zu Gesundheitsthemen.
Von der Suchmaschine zur Antwort-Maschine
Der entscheidende Unterschied zur klassischen Suche: Die KI liefert keine Auswahl an Quellen mehr, sondern generiert eine fertige Antwort. Diese Systeme fungieren als „digitale Fachverkäufer“, die Produkte empfehlen, Wirkstoffe vergleichen und Dosierungen erklären. Für Unternehmen der Self Care-Branche bedeutet das: Wer in diesen Antworten nicht vorkommt oder falsch dargestellt wird, verliert den Kontakt zum Kunden, noch bevor dieser die Apotheke betritt oder einen Online-Shop besucht.
Die „Blackbox“ der Empfehlungslogik
Doch wie entscheidet eine KI, welches Präparat sie bei Heuschnupfen empfiehlt oder welche Marke sie als vertrauenswürdig einstuft? Im Gegensatz zum klassischen SEO (Search Engine Optimization), bei dem Klickraten und Keywords dominierten, zählt in der Ära der Generative Engines vor allem die fachliche Autorität und die Konsistenz der Informationen im Netz. Für Unternehmen wird es daher überlebenswichtig, die eigene „KI-Sichtbarkeit“ zu kennen und laufend im Blick zu haben. Es geht um Fragen wie:
- Wird mein Produkt als Expertenlösung für ein spezifisches Symptom erkannt bzw. empfohlen?
- Verbreitet die KI eventuell veraltete Informationen oder gar gefährliche „Halluzinationen“ über meine Marke?
- Welchen Stellenwert nehmen meine Produkte im Vergleich zum Wettbewerb in der Beratungslogik der KI-Plattformen ein?
Vertrauen als Währung in der Consumer Health Care-Branche
Gerade im Bereich der Selbstmedikation ist Vertrauen das höchste Gut. Die IGEPHA-Mitgliedsunternehmen investieren massiv in die Qualität und Sicherheit ihrer Produkte. Es wäre fatal, wenn diese Qualität in den digital generierten Antworten der KI nicht widerspiegelt würde.
Hier setzt moderne Marktforschung an. Spezialisierte Unternehmen wie AION Research (die neue KI-Business Unit von BuzzValue) haben es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese „Blackbox“ transparent zu machen. Durch sogenannte AI Brand Audits wird objektiv messbar, wie Marken in den führenden KI-Systemen wahrgenommen werden. Dabei werden gezielt „Synthetic Personas“ – vom besorgten Elternteil bis zum chronischen Schmerzpatienten – simuliert, um die Qualität und Relevanz der KI-Antworten in realen Beratungsszenarien zu prüfen.
Proaktiv statt reaktiv: Die Zukunft gestalten
Die Branche ist gut beraten, das Thema KI-Sichtbarkeit nicht dem Zufall zu überlassen. Es geht nicht darum, den Algorithmus zu „überlisten“, sondern sicherzustellen, dass die fundierten, qualitätsgeprüften Informationen der Markenhersteller dort ankommen, wo die Entscheidung heute vorbereitet wird: im Dialog mit der KI. Nur wer versteht, wie ChatGPT & Co. über den Wirtschafts- und Gesundheitsstandort Österreich sowie dessen Marken kommunizieren, kann diese neue Ära der digitalen Gesundheitsberatung aktiv mitgestalten.