Igepha - The Austrian Self Care Association


Für eine gesunde
Zukunft

IGEPHA NEWS 2018/03



Auf Lebensmittelhersteller, die gesundheitsrelevante Produkte in ihrem Portfolio haben, kommen demnächst einige relevante Änderungen zu: Für die 2015 beschlossene und seit 1. Jänner 2018 geltende EU-Verordnung für neuartige Lebensmittel (Novel Food-Verordnung (EU) 2015/2283) endet die Übergangsfrist am 22. Februar 2019. Ab dann wird aus „Diätetischen Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke“ eine wesentlich strenger beurteilte Produktgruppe mit der Bezeichnung „Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (Bilanzierte Diäten)“ (FSMP).









Wie entwickelt sich die Self Care-Industrie im Spannungsfeld der Digitalisierung, des e-Commerce und des Einflusses künstlicher Intelligenz weiter? Welche Chancen ergeben sich aus Switches? Und wie sieht die Zukunft der Medizinprodukte aus? Ein aktuelles Update hierzu und vieles mehr bot die AESGP-Jahreskonferenz in Amsterdam.



Global betrachtet, ist das Klima für Hersteller homöopathischer Arzneimittel rauer geworden. In einigen europäischen Ländern wie etwa Großbritannien, Polen und Schweden werden Homöopathika gerade einmal von einem Prozent der Bevölkerung angewandt. Großbritannien hat daher inzwischen sämtliche homöopathischen Behandlungen aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen. In diese Richtung tendieren zurzeit auch Australien und die USA. Hierzulande erfreuen sich homöopathische Behandlungsmethoden dagegen dauerhaft großer Beliebtheit. Gemeinsam mit Deutschland und Frankreich gehört Österreich von der relativen Anzahl der Anwender her zu den weltweiten Spitzenreitern in Sachen Homöopathie. Daran scheint auch die immer wieder aufflackernde Diskussion um die Wirksamkeit dieser Form der Heilkunst nichts zu ändern.

Österreicher schwören auf Homöopathie
Viele Österreicher schwören geradezu auf Homöopathie. Entsprechende Präparate sind ein fester Bestandteil des heutigen Angebots am Arzneimittelmarkt. Die wirtschaftlichen Kennzahlen zum österreichischen Pharmamarkt belegen diese wachsende Bedeutung homöopathischer Medizinprodukte: In den öffentlichen österreichischen Apotheken werden aktuell pro Jahr homöopathische Arzneimittel mit einem Umsatzwert von 43 Millionen Euro abgegeben. Davon sind mehr als 95 Prozent rezeptfrei erhältlich. Dies entspricht einem Plus von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Anteil von 3,6 % Prozent am gesamten rezeptfreien, öffentlichen Apothekenmarkt. Bezüglich der Packungseinheiten verzeichnen die Homöopathika einen leichten Rückgang von -0,9 Prozent. Insgesamt wandern jährlich drei Millionen Packungen über den Ladentisch. Ihr Anteil am gesamten rezeptfreien, öffentlichen Apothekenmarkt beträgt damit 2,9 Prozent.

Großer Markt, wenige Hersteller
Der Homöopathiemarkt ist auf wenige Hersteller konzentriert. Unter den führenden Produkten finden sich sowohl innovative als auch bewährte, gut etablierte Präparate. Die fünf größten Firmen – Heel, Adler, Sanova, PharmaFGP und Weleda – teilen sich fast zwei Drittel dieses Sektors. Das Homöopathie-Wachstum ist sehr stark geprägt von Pharma FGP, einem neuen Unternehmen aus Gräfelfing in der Nähe von München. Pharma FGP konnte bereits im ersten Jahr 12 % Marktanteil erzielen und nimmt somit vom Start weg Rang vier ein.

Neueinführungen beleben den Markt
Keine bekannten Nebenwirkungen – das ist der große Vorteil von homöopathischen Arzneimitteln. Und damit punkten sie. Neradin® (Pharma FGP), ein erst im Mai 2017 eingeführtes, rezeptfreies homöopathisches Arzneimittel bei sexueller Schwäche, hat sich so binnen weniger Monate an die Spitze des homöopathischen Verkaufsrankings nach Umsatz setzen können. Platz zwei belegen die im April 2017 auf den Markt gebrachten und bei rheumatischen Rücken- und Gelenkschmerzen eingesetzten Rubax® Tropfen (Pharma FGP). Ihr Motto „Stark gegen den Schmerz, sanft zum Körper“ spielt den großen Wettbewerbsvorteil der Homöopathika – Freiheit von bekannten Nebenwirkungen – gekonnt aus. Auf den Rängen drei bis fünf haben sich Traumeel® Salbe (Heel), Augentropfen Similasan® (Sanova) und Metavirulent® (Rote Krebs Apotheke) platziert. Auch Taumea® (Pharma FGP) – im Einsatz bei Schwindelbeschwerden unterschiedlicher Ursache – kann sich in die Liste erfolgreicher Neueinführungen einreihen.

Bericht powered by IQVIA

Quelle: IQVIA PharmaTrend, hochgerechnete Verkäufe (Sell-out-Daten) der öffentlichen, österreichischen Apotheken (OTC-Umsatz in Euro bewertet zum Apothekenverkaufspreis), alle Wachstumsraten basieren auf Umsätzen in Euro AVP, MAT 2018 05 (Juni 2017 bis inkl. Mai 2018 kumuliert)