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Igepha - The Austrian Self Care Association


Für eine gesunde
Zukunft

Thinking out of the box

Wie macht das Tesla?

Im James Dudley Management Newsletter (http://james-dudley.co.uk/) erschien kürzlich ein Beitrag von Kevin Dolgin, Gründer und Präsident von Observia, einem französischen Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Patienten zu unterstützen und die Therapietreue zu fördern.

Kevin Dolgin befasste sich in seinem Beitrag mit den Herausforderungen der Digitalisierung und berichtete, was man vom innovativen Autohersteller Tesla diesbezüglich lernen kann.

Der Autor schlägt vor, nicht darüber nachzudenken wie man den Pharmabereich digitalisieren könne, sondern darüber, wie ein „digitales Unternehmen“ aussehen müsste das Arzneimittel herstellt.

Tesla habe genau diese Philosophie umgesetzt ,und beginne beim Entwickeln neuer Lösungen nicht bei den Rädern und Motoren, sondern bei den digitalen Bestandteilen.

Was macht nun digitale Produkte aus? Kevin Dolgin formuliert vier Grundsätze:

  1. Das Produkt muss vernetzt sein wie moderne Software, die man im Internet kauft und auf verschiedenen Geräten benützt.
  2. Das Produkt muss sich ganz einfach und regelmäßig updaten lassen – und zwar vom Hersteller und im Idealfall gratis.
  3. Das Produkt profitiert vom Austausch und der Kooperation mit anderen digitalen Angeboten; die gemeinsame Weiterentwicklung kann sogar in Zusammenarbeit mit dem Mitbewerb erfolgen.
  4. Das Produkt integriert Artificial Intelligence.

Tesla setze, so Dolgin, diese Grundsätze bereits um:

Autos von Tesla sind mit dem Internet verbunden und „online“. Software-Updates werden automatisch durchgeführt. Tesla bedient sich der Weiterentwicklungen anderer digitaler Unternehmen,  um das eigene Produkt zu verbessern, und Autos von Tesla sind bereits mit fortgeschrittenen „Autopilot“-Funktionen ausgestattet.

Welche Schlüsse kann man daraus für die Arzneimittel-Herstellung ziehen?

Die pharmazeutische Industrie stellt nicht bloß Pillen her, sondern unterstützt die Patienten auch bei deren korrekter Einnahme und der Verbesserung der Lebensqualität. Dazu bedarf es eines Multichannel-Konzeptes, das alle Beteiligten digital vernetzt.

Dolgin ermuntert dazu, digitale Umsetzungsprozesse vom Beginn der Produktentwicklung an einzubeziehen und Mitarbeiter, die für das Online-Marketing und die Softwareentwicklung zuständig sind, eng mit dem Team für die Produktentwicklung zusammenarbeiten zu lassen.

Regelmäßige Updates für die digitalen Angebote rund um das Arzneimittel oder Gesundheitsprodukt sollten selbstverständlich sein. Ebenso wäre es ein wichtiger Schritt, Konkurrenz durch Kooperation zu ersetzen und das Wettbewerbsdenken hinter sich zu lassen, um Hersteller-übergreifend nützliche und patientenorientierte Lösungen zu entwickeln.

Hinsichtlich der Artificial Intelligence im Zusammenhang mit pharmazeutischen Produkten, stehe man noch ganz am Anfang. Das Zeitalter der Virtual Health Assistants als Applikationen, die Patienten dabei unterstützen ihre Krankheit optimal und selbstbestimmt zu managen, habe jedoch bereits begonnen.

Verpasst die Pharmaindustrie den Anschluss an die rasante digitale Weiterentwicklung, so werden digitale Player wie Google, Microsoft oder Amazon diese Aufgabe übernehmen und digitale Angebote für Patienten schaffen. Es sei an der Zeit, innovativ zu denken und nach komplett neuen Lösungen zu suchen, die sich deutlich von herkömmlichen Ansätzen abheben.